Über das Buch ”Medicinturism. Gränsöverskridande sjukvård i teori och praktik”

Udostępnij post

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on google
Share on reddit

Das Buch ”Medicinturism. Gränsöverskridande sjukvård i teori och praktik” (Medizintourismus. Grenzüberschreitende Gesundheitsdienstleistungen in Theorie und Praxis. Möklinta: Gidlunds) ist das erste, das in Schweden zum Medizintourismus erscheint. In 10 Kapiteln äuβern sich Forscher und Praktiker zu Erfahrungen mit internationalen Patienten und nationaler wie weltweiter Zukunftsperspektiven geplanter medizinischer Behandlungen im Ausland.

Die Herausgeber lehren an der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der Hochschule Södertörn im Süden Stockholms. Sie sagen es nicht explizit, aber die Hauptstoβrichtung des Buches ist die Politik. Der schwedische Staat ist unentschlossen, ob er Medizintourismus will oder nicht. Hervorragende medizintechnische und touristische Bedingungen stehen einem kläglichen Umsatz mit internationalen Patienten gegenüber. Schweden zählt nicht zu den 30 führenden Ländern auf diesem Gebiet.

Die 13 Autoren wollen das ändern. Wie wird das Geschäftsfeld Medizintourismus in anderen Ländern entwickelt? Wie agiert der Staat in Deutschland, Singapur und Thailand? Und in Polen?! Welche Chancen haben Privatunternehmer, ohne das staatliche Gesundheitswesen auszubooten; wie setzt sich ein globaler Standard bei medizinischen Dienstleistungen und Patientenservice durch?

Die Forscher sprechen nicht für sich allein. Das Kapitel „Dialyse und Reisen“ verfassten drei Entscheidungsträger des globalen schwedischen Unternehmens Diaverum, weltweit führend bei der Reisetätigkeit von Dialysepatienten. Hier wird deutlich, dass die zwingend notwendige touristische Seite des Medizintourismus, das Reisen, eben nicht nur eine Transportstrecke zum Erhalt medizinischer Dienstleistungen ist, sondern zum Behandlungserfolg dazugehört.

Eines der führenden schwedischen Consulting-Unternehmen mit hoher Kompetenz auf medizinischem und medizinökonomischem Gebiet ist Acando. Drei Acando-Mitarbeiter, die mit Systemkenntnis brillieren, beschreiben im Buch Wege zur Zufriedenheit internationaler Patienten.

Jörgen Larsson, Chirurg und viele Jahre Mitglied des Nobelkomitees, berichtet vom Goldenen Zeitalter des schwedischen Gesundheitssystems und heutigen Herausforderungen. Seine praktischen Erfahrungen beim Aufbau eines Triple-Helix-Systems, das Wirtschaft, Gesundheitswesen und Universitäten kooperierend vereint, flieβen in das Kapitel ein. Besonderen Raum nimmt die Digitalisierung ein.

Wie Jörgen Larsson ist auch Anna Sahlström von Karolinska und am dortigen Universitätskrankenhaus verantwortlich für die internationale Arbeit. Ihr Kapitel zu ethischen Fragen des Medizintourismus stützt sich auf eigene Erfahrungen, aber auch einer gediegenen Kenntnis der diesbezüglichen Fachliteratur.

Anna Białk-Wolf untersucht dagegen, was schwedische Patienten dazu bewegt, nach Polen für eine Behandlung zu gehen und welche Erfahrungen umgekehrt polnische Patienten in Schweden sammeln konnten. Es zeigt sich, dass trotz des schlechtem Images des staatlichen polnischen Gesundheitssystems viele Bereiche existieren, in denen das polnische System dem schwedischen überlegen ist.

Der Wirtschaftshistoriker und Innovationsspezialist Karl Gratzer beschreibt die Entstehung des schwedischen Gesundheitswesens vom 17. Jahrhundert an. Die damals innovative Brunnenkultur mit Bäderkurorten wie Medevi wurde vom Staat, dem schwedischen Königshaus, gestützt und gefördert. Und heute? Gratzer spricht von „Bruch und Diskontinuität“: „Die fehlende Stellungnahme des heutigen schwedischen Staates zum Medizintourismus kann nun im Lichte der historischen Erfahrungen beurteilt werden.“  

Może Cię zainteresować